31.01.2018

Augmented Reality in der Fabrikplanung

Über 80 Unternehmer kamen im Gebrauchtwarenhaus Velbert zum Wirtschaftsfrühstück zusammen.

Zum Auftakt des Veranstaltungsjahres trafen sich die Mitglieder der Schlüsselregion e.V. an einem eher ungewöhnlichen Ort: Über 80 Unternehmer kamen im Gebrauchtwarenhaus Velbert zum Wirtschaftsfrühstück des Unternehmensverbands, um sich über das Konzept des Hauses und über die Arbeitsplatzgestaltung der Zukunft zu informieren.

Das erste Schlüsselregion-Wirtschaftsfrühstück des Jahres fand nicht wie gewöhnlich in Besprechungsraum oder Produktionshalle, sondern inmitten einer Verkaufsfläche statt: Die rund 80 Teilnehmer trafen sich im Gebrauchtwarenhaus Velbert, das von der bepro, einem Mitglied der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.V., betrieben wird.
Entstanden ist die Idee zu einer Veranstaltung  aus der guten Nachbarschaft des Schlüsselregion-Mitglieds fastplan GmbH zum Gebrauchtwarenhaus. Und das Gebrauchtwarenhaus befindet sich in den ehemaligen Hallen einer großen Schloss- und Beschlagfabrik, sodass die Besucher auch ein wenig Industrieflair erwartete.

Arbeitsmarktintegration und Upcycling-Projekte

Tobias Hanke berichtete den Teilnehmern des Schlüsselregion-Wirtschaftsfrühstücks von seinem Konzept, Erwerbslose auf den Weg in den Arbeitsmarkt zu begleiten. Der Geschäftsführer hat seit Sommer 2017 das ehemalige Sozialkaufhaus komplett umgekrempelt. Mit Ehrenamtlichen, Festangestellten und Beschäftigten aus Arbeitsgelegenheits-Maßnahmen wurde aus dem Sozialkaufhaus ein Einkaufserlebnis mit Industriekultur: Hemden hängen wie in einer Waschkaue, indirektes Licht sorgt für angenehme Beleuchtung und die Bücherregale mit gemütlichen Sofas laden zum Verweilen ein. „Wir versuchen hier, eine freundliche Einkaufsatmosphäre mit bezahlbaren Preisen für alle zu schaffen. Gleichzeitig bieten wir unseren Mitarbeitern in Eingliederungsmaßnahmen eine Vorbereitung auf den ersten Arbeitsmarkt – mit Betreuung durch Sozialarbeiter und angepasster Arbeit“, erklärt Hanke sein Konzept. Viele Baumaterialien sind auch Upcycling-Produkte, etwa aus Produktionshallen. Diese werden von den Mitarbeitern aufbereitet oder zu Möbeln, Dekoration o.Ä. umfunktioniert.

Videobeweis für Schwachstellen an industriellen Arbeitsplätzen

In seinem Vortrag erzählte Peter Rösler, Geschäftsführer des Ingenieurbüros fastplan, von neuen Methoden, Arbeitsplätze in der Industrie zu optimieren: „Wir nutzen seit etwa drei Jahren eine eigene Software. Dazu filmen wir Mitarbeiter in der Produktion und analysieren Schwachstellen, die zu physischen Schäden führen können“, berichtet Rösler von seinem Augmented Reality-Ansatz in der Fabrikplanung. Auf Grundlage des Videomaterials schlägt die Software Verbesserungsvorschläge vor, die mit den Arbeitern und ihren Vorgesetzten besprochen werden. „Durch diese Form der Dokumentation erkennen die Betroffenen die Problematik auf einen Blick und sind offen für unsere Lösungsvorschläge. Denn oft sind es Kleinigkeiten wie zu weite Greifwege, häufiges schweres Heben, kippelige Vorrichtungen oder eine zu helle Beleuchtung, die spätere Schäden verursachen. Wenn etwa die Gummimatte vor der Werkbank nicht richtig liegt und der Mitarbeiter zum Teil auf der Matte und zum Teil auf dem Betonboden davor steht, kann das Hüftprobleme mit sich bringen“, so Rösler.

Bei der Betriebsführung zeigte Hanke den Besuchern die vielen kleinen und großen Schätze des Gebrauchtwarenhauses. So konnten die Teilnehmer des Schlüsselregion-Wirtschaftsfrühstücks einige neue Einblicke gewinnen und die Veranstaltung gleich auch zum Einkaufen nutzen.